Mein Freund Bodo
Eine kleine Episode aus dem Leben meines geliebten Freundes Bodo.
Bodo liess sich auf die Couch fallen, nahm die Fernbedienung zur Hand und schaltete den Fernseher mit einem gekonnten Druck auf die ‚On’-Taste an. Wie gewohnt zappte er zuerst die Kanäle 13 bis 29 durch, mit Ausnahme der Nr. 16, Nr. 17, Nr. 19, Nr. 21, Nr. 23, Nr. 24 und Nr. 26. Diese Stationen hasste er, denn da lief nur TeleZüri. TeleZüri fand Bodo schrecklich. Umso schlimmer war es für ihn, das all seine Bekannten und Freunde TeleZüri total spitze fanden.
Toni zum Beispiel, der Wachmann, schaute fast nonstop TeleZüri. „Mann, TeleZüri, diä sind so geil, das brätscht voll inne!“, pflegte er jeweils zu schreien, wenn er wieder mal nackt durch die Bahnhofhalle rannte und sein Gesäss an den Billetautomaten rieb. Oder Michelle, die Kioskfrau, die den Leuten eins ins Gesicht schlug, wenn sie nicht ihren gesamten Einkauf mit 5-Räpplerli bezahlten (Michelle liebte nämlich 5-Räpplerli, weil die so dick und herzig waren und einem immer „Hoi“ sagten, bevor man sie ass), die war auch ganz verrückt (nach TeleZüri?).
